EMDR Hypnotherapie Energetische Psychotherapie Brainspotting


Psychotherapie mit Methoden der Energetischen Psychologie (EP): ein lösungsorientiertes Kurzzeitverfahren


"Ich glaube, es ist wissenschaftlicher, Phänomene zu untersuchen, die wir nicht verstehen,
als so zu tun, als gäbe es diese Phänomene nicht"
                      Rupert Sheldrake


Methoden der Energetischen Psychotherapie verbinden Erkenntnisse und therapeutische Erfahrungen der modernen Psychologie mit alten Heilmethoden. Sie beinhalten Elemente der Traditionellen Chinesischen Medizin, der Hypnotherapie nach M. Erickson sowie der kognitiven Verhaltenstherapie und stellen einen neuartigen Zugang zu Stress- und Traumabewältigungsmöglichkeiten dar.
In vielen Fällen ergeben sich bei deren Anwendung innerhalb kurzer Zeit eine deutliche Verringerung oder Auflösung belastender Emotionen. EP gilt inzwischen als ein hocheffizienter, lösungsorientierter Ansatz in der Traumatherapie und kann in Selbstanwendung zwischen den Therapiesitzungen von Klienten selbst angewendet werden. Diese fühlen sich damit ihren Problemen nicht mehr hilflos ausgeliefert, sondern können immer wieder die Erfahrung machen, dass sie in Eigenregie negative Emotionen abschwächen oder auflösen können.
In den USA gilt die Effektivität dieses Ansatzes inzwischen durch mehrere empirische Studien, wie beispielsweise die an der Florida State University durchgeführten Figley-Carbonell-Studie, als nachgewiesen. Zudem kann die Energetische Psychotherapie inzwischen auf anhaltende klinische Erfolge bei Traumafolge- und Angststörungen auch im stationären Setting verweisen.

Vorgehen

Die verschiedenen Methoden der EP – wie beispielsweise der Ansatz von Dr. Fred Gallo (EDxTM) oder Gary Craigs Emotional Freedom Technique (EFT) - fokussieren bei deren Anwendung zunächst auf Emotionen und Körperempfindungen, die im Zusamenhang mit traumatischem oder belastendem Erleben stehen. Das bedeutet, dass das belastende Thema definiert und kurz im Erleben des Klienten aktiviert wird. Dabei kommen standardisierte Behandlungsprotokolle (Algorithmen) zur Anwendung, in denen durch das Klopfen von Akupunkturpunkten der Hauptmeridiane verschiedene Sinneskanäle aktiviert werden (multiple neuronale Stimulation). Am Ende der Behandlung kann ein Lösungsbild imaginativ verankert werden.

Anwendung bei Traumafolgestörungen

EP kann in der Traumabearbeitung sowohl als Stabilisierungsübung als auch zur Steigerung von Selbstwirksamkeitserleben und vor allem in der Auflösung von belastenden Gefühlen eingesetzt werden. Da Gefühle auch mit Körperwahrnehmungen sind, erscheint es in diesem Anwendungsbereich sinnvoll, den Körper bei der Veränderung negativer Gefühlszustände mit einzubeziehen.
Professor Gerhard Roth, ein renommierter Hirnforscher, stellte in einer Veröffentlichung 2003 fest, dass alleinige verbale Appelle an die Einsicht wirkungslos bleiben müssen, da sie ausschließlich die Netzwerke von bewusstseinsfähigen Hirnprozessen aktivieren. Diese haben auf die Gefühls- (limbischen) Netzwerke, die eine ganz wesentliche Rolle in der Verarbeitung von Traumata spielen, keinen wesentlichen Einfluss.

Grundidee der energetischen Psychotherapie

In der EP wird angenommen, daß es im Körper ein komplexes, subtiles Energiesystem gibt. Man geht weiterhin davon aus, dass durch die als Meridiane bezeichneten Bahnen, Energie fließt. Ist diese blockiert, können körperliche und/oder psychische Dysbalancen und Störungen entstehen.
Negative Erlebnisse schwächen das Energiesystem. Tritt ein psychisches Problem auf, entsteht eine damit verbundene energetische Struktur im Körper ("energetische Narbe"). Es werden Akupunkturpunkte auf den Hauptmeridianen stimuliert und lösen im Körper gespeicherte Energieblockaden auf, die bisher zur Verfestigung von problemstabilisierenden Wahrnehmungsmustern beigetragen haben. Die Folge ist ein neu angestoßener Selbstheilungsprozess.

Wirkhypothesen

Bei der EP werden durch multiple neuronale Stimulation (Klopfen von Akupunkturpunkten der Hauptmeridiane) unterschiedliche Gehirnbezirke stimuliert. Durch das gleichzeitige Fokussieren auf das Problem (z.B. ein belastendes Gefühl) können zusätzliche Informationen aus assoziierten Netzwerken eingeflochten und eine Reorganisation neuronaler Verschaltung angeregt werden. Zudem wird eine Senkung der Aktivität des Mandelkerns (Amygdala) als wesentlicher Bestandteil des "Fühlzentrums" und anderer mit der Emotionsverarbeitung befasster Hirnstrukturen bewirkt, was eine vernunftsorientierte Einschätzung der aktuellen Situation und eine sich daraus ergebende Entkoppelung zwischen Gedanken und den bisher damit verbundenen automatischen negativen Gefühlen möglich macht.