Angst


Angst gehört unvermeidlich zum Leben. Sie ist ein Teil unserer Existenz und eine Spiegelung unserer Abhängigkeiten und des Wissens um unsere Sterblichkeit, auch wenn wir ihr uns ihrer nicht dauernd bewusst sind. Angst ist gegenwärtig und kann jederzeit ins Bewusstsein treten, wenn sie von innen oder außen durch eine Wahrnehmung getriggert wird. Wir neigen dann meist dazu, ihr auszuweichen, sie zu vermeiden und haben im Alltag so manche Technik entwickelt, sie zu verdrängen, zu betäuben, zu überspielen oder zu leugnen.

Angst hat zwei Seiten: einerseits kann sie uns aktivieren und schützen, andererseits kann sie uns lähmen. Schwer belastend und krank machend kann eine Angst werden, wenn sie entweder ein gewisses Maß übersteigt oder wenn sie zu lange anhält. Immer, wenn ein Angstgefühl durch Intensität und Dauer zu groß wird oder wenn es uns in einem Alter trifft, in dem wir ihr noch nicht gewachsen sind, kann es schwer verarbeitet werden. Der aktivierende, positive Teil fällt dann fort und Symptombildungen können die Folge sein.